Reisetagebuch Norwegen 2014 - Erster Teil

16.8.2014

21.07.2014

Um 04:15 fuhren wir zu Hause los, bis Kiel sind es genau 600 km, wo wir gegen 10:00 Uhr ankamen. Die Color Magic legte pünktlich um 14:00 Uhr ab und man sollte 2 Stunden eher zum einchecken da sein. 

 

Der Dame am Check In müssen unsere Nasen gefallen haben, denn wir hatten eine 3-Sterne-Kabine gebucht, bekamen aber eine der 4-Sterne-Kategorie. Das dies auch ein „besseres“ Frühstück im À la carte Restaurant im Heck des Schiffes beinhaltete, bekamen wir am nächsten Morgen gesagt.

Die Nacht war ruhig, genau wie die See und wir schliefen sehr gut.

 

 

22.07.2014

In Oslo legten wir ebenfalls pünktlich um 10:00 Uhr an. Um vom Schiff runter zu kommen, benötigten wir allerdings über eine Stunde. Der Zoll fragte nach Alkohol, dass erste mal nach den vielen Fahrten hier hoch.

Am ersten Tag sind wir bis über Trondheim gefahren, 546 km, wir übernachteten auf einem Campingplatz bei Åsen im Zelt.

 

23.07.2014

Am zweiten Tag ging es 7:30 Uhr weiter, immer die E6 nach Norden bis Snåsa, wo wir abbogen und auf der Ostsseite des Snåsavatnet wieder ca. 20 km Richtung Süden fuhren, um uns ca. 6.000 Jahre alte Felszeichnungen anzusehen.

An diesem Ort fand ich dann ein prall gefülltes Portemonnaie eines Asiaten, welcher da vor ein paar Minuten noch rumrannte. Ich rief laut seinen Namen, rannte ihm im Wald hinterher und gab es ihm wieder. Ich glaube, so richtig geschnallt hat er es erst später, was für ein Glück er hatte.

Weiter ging es zurück auf die E6 und wir fuhren bis nach Mo i Rana und noch ein Stück weiter bis vor die Gronligrotta. Ankunft war gegen 20:00 Uhr. Auf einer Wiese neben dem Parkplatz bauten wir unser Zelt auf und das war´s für diesen Tag.

 

24.07.2014

Nach einer kostenlosen Nacht im Zelt und auch kostenloser Benutzung der Dusche standen wir gegen 07:00 Uhr auf und wollten die Mormorslottet finden. Wir irrten 3 Stunden links und rechts in der Gegend rum, fanden aber nichts. Die Beschreibung war so was von schlecht und auch das Personal der Hütte konnte uns nicht helfen. Also hakten wir die Sache ab und setzten uns ins Auto. Wir hatten ja noch einen langen Weg vor uns und konnten es uns nicht leisten, noch länger zu bleiben. Es was mittlerweile auch schon gegen 11:00 Uhr. Los ging die Fahrt Richtung Bodø. Dabei überquerten wir den Polarkreis, was wir natürlich mit einigen Fotos und dem Kauf eines obligatorischen Kühlschrankmagneten mit Breitengradangabe würdig dokumentierten. Das Thermometer zeigte 29,5° Celsius an, ich hatte mir den Polarkreis etwas frischer vorgestellt.

In Bodø angekommen mussten wir 2 ½ Stunden warten, bis die Fähre uns in weiteren 3 ¼ Stunden Überfahrt nach Moskenes auf die Lofoten brachte. Die Überfahrt war ruhig, das Meer sehr glatt - hätte auch anders sein können.

Die erste Nach auf den Lofoten übernachten wir bei Skagen-Camping am herrlichen Sandstrand von Flakstad, wo wir gegen 22.00 Uhr ankamen und unser Zelt aufschlugen.

 

25.07.2014

Wir haben eine Hütta im Storfjord Camping gefunden und diese gleich für 4 Nächte gebucht, irgendwann muss hier mal bissl Ruhe reinkommen. 

Nachmittags haben wir uns ins Auto gesetzt und Vestvågøya umrundet, sind auch u.a. in Unstad gewesen und haben die Surfer beobachtet. 

 

26.07.2014

Die Nacht war klasse, irgendwie besser als im Zelt – die Betten sind weicher. Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten und müssen uns das auf Dauer nicht mehr antun ☺

Wir sind heute gegen 10.00 Uhr los und wollten eigentlich eine 6-Stunden-Wanderung unter unsere Füße nehmen. Ziel war die Munkebu-Hütte. Auf dem Weg dahin zog es in den Bergen immer mehr zu, so dass wir erst mal abwarteten und kreuz und quer durch die Gegend fuhren. Hier ist es ja so, dass jede neue Straße auch immer neue Ausblicke und Ansichten liefert. Das Haus, welches ich schon auf einigen Norwegenfotos gesehen habe, haben wir durch Zufall auch gefunden und natürlich fotografiert. Hier kommen wir im Winter auf alle Fälle noch mal her. Erster Stopp war der kleine Ort Hamnøya, wo wir erst mal jeder einen Lachsburger hinterknallten. Danach stoppten wir in Reine, fotografierten am Hafen und bummelten durch ein paar kleine Läden. Nächster Halt war das kleine Örtchen Å. Dort besuchten wir durch das Museumsdorf und aßen die wohl leckersten Zimtschnecken Norwegens. Schon die uralte Bäckerei war ein Augenschmaus und der Geruch sehr verführerisch. Konny und ich leisteten uns lustige Norwegerwintermützen und ein Buch mit Fotos vom Nordlicht. Ich muss mir noch überlegen, ob ich meine Wintermütze auch hier in Pirna aufsetze ☺

Ein letzter Stopp war heute der Strand von Ramberg. Wir wollten zum Leuchtturm wollten, wurden kurz davor gestoppt. Der Leuchtturm stand noch mal auf einer Insel, was man aber nicht erkennen konnte. Aber der Weg dahin hat sich gelohnt, tolle Fotos und endlich auch mal „Licht“. Der Strand von Ramberg könnte auch in der Karibik liegen, feinster weißer Sand einen Kilometer lang und 100 m breit, ein Traum. Konny hat geschätzte 10 kg Muscheln gesammelt, ich habe Austernfischer fotografiert, so war es für uns beide ein gelungener Abschluss für den heutigen Tag.

 

27.07.2014

Heute früh war endlich ein wolkenloser Himmel und wir konnten unsere geplante Wanderung zur Munkebu-Hütte in Angriff nehmen.

Wir ließen unser Auto in Sørvågen am Sørvågen Vatnet stehen und begannen genau 13:00 Uhr mit dem Aufstieg. Laut Wanderführer sind für die Tour 6 Stunden veranschlagt, naja mal sehen, wir wollen ja auch knipsen.

Gegen 17:00 Uhr waren wir am Ziel - total geschafft und  froh, diese Wanderung gemacht zu haben. Sie war sehr anstrengend, 800 Höhenmeter müssen erst mal erstiegen werden, aber auch sehr, sehr schön. Von der Anhöhe Djupforheia auf 510 m hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge ringsum und man sieht auch die Berge auf dem Festland. Es war der Wahnsinn und jede Mühe wert. Wir hielten uns dann ca. 2 Stunden an der Hütte auf. Die Sonne kam etwas runter und ich fotografierte. Gegen 19.00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg und waren kurz nach 21.00 Uhr wieder am Auto.

Ein wunderschöner Tag, der uns beiden noch lange in Erinnerung bleiben wird. Was für eine Landschaft hier auf den Lofoten.

 

28.07.2014

Das Wetter war heute nicht so besonders. Den ganzen Vormittag gab es feinen Sprühregen, so dass wir uns für einen Museumsbesuch entschieden haben. Und dieser ist wirklich empfehlenswert: das Wikingermuseum in Burg. Hervorragende Ausstellung, modernste Multimediatechnik und Guide in verschiedensten Sprachen, da bleiben keine Wünsche offen.

Gegen 22.00 Uhr bin ich noch mal alleine los, um am Strand von Haukland und Uttakleiv die Mitternachtssonne zu erwischen. Dies ist mir zwar nicht ganz gelungen, weil es vom Atlantik her wieder zuzog, aber mit den Bildern bin ich trotzdem ganz zufrieden.

 

29.07.2014

Heute nach dem Frühstück entschieden wir spontan, noch nicht wieder den Rückweg Richtung Süden anzutreten, sondern noch weiter nach Norden, auf die Vesterålen, genauer nach Andenes zu fahren. Das eigentliche Ziel war, eine Walsafari mitzumachen.

Die Strecke schien auch überschaubar, 240 km, alles kein Problem.

Die Fahrt war natürlich wieder landschaftlich sehr reizvoll, hinter fast jeder Kurve könnte man stoppen und fotografieren. Dass wir unser Ziel so aber nicht erreichen würden, hieß es Kilometer machen. Irgendwann las Konny aus dem Reiseführer vor, dass es in Sto auch Walsafaris gibt. Ok, kurze Planänderung. Und dass es bis zum neuen Ziel rund 80 km kürzer war, gefiel mir auch. Wir wollten ja Wale sehen, nicht unbedingt Andenes.

In Sto angekommen, ein winziges Fischerdorf, erfuhren wir von der freundlichen jungen Frau der Campingplatzrezeption, dass der Reeder, welcher die Walsafaris gemacht hat, letzten Winter verstorben ist. Und einen anderen Anbieter gibt es nicht. Klasse, und nun? Logisch, rein ins Auto, es waren nun wieder 150 km bis nach Andenes. Die Pause dazwischen war perfekt getimt, denn genau 17:45 Uhr standen wir an der Kasse des Walmuseums in Andenes. Ein freundlicher junger Mann sagte uns, dass in 15 min. noch ein schneller Katamaran mit nur 30 Leuten rausfährt. Es gibt Wale, das Wetter ist perfekt und überhaupt. Also nicht lange überlegt, 1.600 NOK über den Tresen geschoben und 10 min später saßen wir in der Rakete und es ging sofort los. Die Tour mit dem Kat war für 2-3 Stunden geplant. Ein anders Schiff, ein älteres großes Fischerboot, welches früher als Walfänger diente, war schon seit 3 Stunden auf See und hat auch Wale gesichtet. Wir waren praktisch in 20 min an der Stelle, für welche das andere Schiff 1 ½ Stunden braucht. Wir sind 22 Seemeilen rausgefahren. Und es gab Wale! Wir haben insgesamt 4 verschiedene Pottwale gesehen und 6 Abtauchungen der Tiere, wob die Schwanzflosse der Wale, die Fluke, so schön aus dem Wasser kommt. Der Anblick ist der Wahnsinn. 2 Mal war das Boot auf ca. 20 Meter ran und die Kameras der Gäste rasselten. Mit den Bildern bin ich sehr zufrieden, so perfekt hätte ich es mir nicht träumen lassen.

Wir fanden dann in Stave-Camping eine Hütte, mieteten diese für eine Nacht und machten uns erst mal fix was zum Abendessen. Danach fuhren wir noch mal ein Stück um zu fotografieren.

Gegen 23:45 Uhr waren wir wieder zurück und vielen todmüde und überglücklich ins Bett. Was für ein Tag.

 

30.07.2014

Nach dem Frühstück fuhren wir wieder nach Andenes, um das Walmuseum zu besuchen. Der Eintritt war frei, er war schon in der Walsafari mit drin. Der folgende Besuch im Aerospace-Center Andoya hat nicht geklappt. Wir sind von einer netten Mitarbeiterin im NASA-Overall empfangen wurden, die uns auf englisch wie ein Wasserfall volltextete. Selbst Konny hat nur die Hälfte verstanden. Die Quintessenz war, dass es nur wirklich Spass macht, wenn mindestens 5 Leute zur Führung da sind – wir waren leider die Einzigen. Die Flugsimulation hätte mich schon gereizt. Naja, vielleicht irgendwann mal später.

Dann ging es weiter die Westküste wieder Richtung Süden. Unterwegs fix 2 kg Moltebeeren gesammelt, die wuchsen fast wie in einer Kulturanpflanzung. Der Untergrund da ist aber sehr nass, die Einheimischen sammeln nur in Gummistiefeln, die wir leider nicht hatten. Die Schuhe und Socken hat das Fußgebläse im Auto aber wieder trocken bekommen.

Wir entschieden uns für die E17, die Küstenstraße, welche eine Länge von immerhin 650 km hat. Man braucht schon allein durch die 7 Fähren wesentlich länger als auf der E6, aber die Zeit sollte man sich nehmen. U.a. nennt National Geographic diese Straße als eine der schönsten dieser Erde. Dass wir auf dieser Route auch ein Rentier sahen, war fast schon zu perfekt.

Die E17 führt auch über den Saltstraumen, dem größten Gezeitenstrom der Welt. Als wir vor Ort waren, floss dass Wasser durch den schmalen Fjord hinaus, es begann die Ebbe. Es ist unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit das Wasser an der Engstelle hindurchgedrückt wird. Es regnete zwar, stellenweise auch ziemlich heftig, aber ich habe trotzdem viel fotografiert.

Gegen 23.00 Uhr suchten wir uns eine ruhige Stelle, in Norwegen kein Problem, und entschlossen uns zu einer Übernachtung im Auto. In der Nacht regnete es zweimal richtig stark, aber wir saßen bzw. lagen ja im Trockenen.

 

31.07.2014

Um 06:00 Uhr ging es nach einer unter diesen Umständen kurzen Morgentoilette wieder los. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt fanden wir einen schönen Platz für ein ausgiebiges Frühstück im Freien, die Sonne schien und wir freuten uns auf die Fahrt. Nach 5 Fähren auf der E17 an diesem Tag, welcher uns am Ende auch mal wieder Regen brachte, fanden wir gegen 19:30 Uhr ein supertolles Appartement im Torghatten Camping Resort. Leider nur für eine Nacht, denn wir wollen ja weiter in die Rondane, und in einer Woche werden wir schon wieder auf der Fähre von Oslo nach Kiel sitzen. Die Dusche war das Beste an diesem Abend, und auch die Spagetti würde ich nach so einem Tag mit keinem 3-Gänge-Menü tauschen.

Die Moltebeeren hat Konny auch noch gekocht und in Gläser gefüllt. Mal sehen, wie viele davon den Weg nach Haus finden.

 

 

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